Krebsforschung - Mit veränderten T-Zellen dem Krebs an den Kragen

Shownotes

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Bei den 45- bis 65-Jährigen ist eine Krebserkrankung sogar die häufigste Todesursache. Der Exzellenzcluster „iFIT“ forscht deshalb an neuen und innovativen Behandlungsmöglichkeiten, um dieser tückischen Krankheit Herr zu werden. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei unser Immunsystem. Wie schaffen wir es, dass unser eigenes Immunsystem dem Krebs zu Leibe rückt?
Eine entscheidende Rolle spielen die T-Zellen. Sie erkennen körperfremde Proteine, wenn sie auf einer körpereigenen Zelle präsentiert werden. Nicht immer können sie jedoch die Tumorzellen als Gefahr wahrnehmen. Damit T-Zellen in der Lage sind, auch Tumorzellen zu erkennen und zu töten, erforscht Nachwuchsgruppenleiterin Dr. Judith Feucht gemeinsam mit ihrem Team eine neue Möglichkeit: Mithilfe eines gentechnologischen Verfahrens können körpereigene T-Zellen im Labor zu chimären Antigenrezeptor-T-Zellen, kurz CAR-T-Zellen, umgewandelt und anschließend in den menschlichen Organismus zurück transferiert werden. Mit diesen Antigenrezeptoren ausgestattet, sind die T-Zellen dann in der Lage, die Tumorzellen im Körper aufzuspüren und zu bekämpfen.
Aber wie können wir überprüfen, ob die Therapie auch anschlägt? Hier kommen Prof. Dr. Bettina Weigelin und ihre Forschungsgruppe ins Spiel. Ausgestattet mit hochmodernen Intravitalmikroskopen bringen sie das ans Tageslicht, was für das menschliche Auge allein nicht sichtbar wäre: Wie die modifizierten T-Zellen die Tumorzellen bekämpfen. Im Zusammenspiel können die beiden Wissenschaftlerinnen genau beobachten, ob die modifizierten T-Zellen ihre Aufgabe erfüllen und entscheiden, ob im Labor noch nachgebessert werden muss.

Die Expertinnen
Prof. Dr. Bettina Weigelin ist W2-Professorin für Präklinische Bildgebung des Immunsystems und als Teil des Forschungsschwerpunktes „Molekulare und funktionelle multiparametrische Bildgebung“ im iFIT Exzellenzcluster tätig. Als Forschungsgruppenleiterin liegt Weigelins Schwerpunkt auf dem Gebiet der Intravitalmikroskopie der Immunfunktion in soliden Tumoren und deren Metastasen sowie der Tumorinvasion und der allgemeinen Biologie von Krebserkrankungen.

Dr. Judith Feucht forscht zur Weiterentwicklung und Verbesserung von zellulären Immuntherapien, insbesondere an chimären Antigenrezeptor T-Zellen („CAR-T-Zellen“) und ist im Forschungsschwerpunkt „Immuntherapien“ ebenfalls Teil des iFIT Exzellenzclusters. Sie ist Nachwuchsforschungsgruppenleiterin und gleichzeitig als Ärztin in der Tübinger Kinderklinik tätig.

Der Cluster
Im Tübinger Exzellenzcluster „Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies” (iFIT) arbeiten mehr als 130 Forschende daran, grundlegende tumorbiologische Prozesse besser zu verstehen, um neue und innovative Krebstherapien zu entwickeln. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Forschungsbereichen „Funktionelle Targetidentifizierung und molekulare Tumortherapien“, „Immuntherapien“ und „Molekulare und funktionelle multiparametrische Bildgebung“ arbeiten dafür Hand in Hand in einem interdisziplinären Umfeld. https://www.medizin.uni-tuebingen.de/go/iFIT

Der Podcast
57 Exzellenzcluster, 1 Podcast. Regelmäßig berichtet „Exzellent erklärt“ aus einem der Forschungsverbünde, die im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert wird. Die Reise geht quer durch die Republik, genauso vielfältig wie die Standorte sind die Themen: Von A wie Afrikastudien bis Z wie Zukunft der Medizin. Seid bei der nächsten Folge wieder dabei und taucht ein in die spannende Welt der Spitzenforschung! Wenn Euch der Podcast gefallen hat, abonniert „Exzellent erklärt“ bei dem Podcast-Anbieter Eurer Wahl.

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